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Mit der Low Carb Ernährung zum Sixpack? So funktionierts

Low Carb Ernährung

Die Low Carb Ernährung ist eine sehr beliebte Ernährungsform beim Abnehmen, aber auch um fettfreie Muskelmasse aufzubauen. In diesem Beitrag werde ich versuchen dieses komplexe Thema möglichst einfach und verständlich zu erklären. Viel Spaß beim Lesen!

 

Warum ist die Low Carb Ernährung viel mehr, als nur eine kohlenhydratarme Ernährung?

Bei einer Low Carb Ernährung geschehen viele sehr komplizierte Prozesse im Körper. Das ist auch der Grund, warum ich zu diesem Thema erst etwas weiter ausholen muss. Wie die Low Carb Ernährung und auch eine Low Carb Diät genau funktioniert, wirst Du in den nächsten Absätzen erfahren – also los geht’s!

 

Was haben die Steinzeit Ernährung und die Low Carb Ernährung gemeinsam?

Genetisch betrachtet unterscheiden wir uns kaum von den Menschen der Steinzeit. Unsere Kultur und Lebensweise hat sich weiterentwickelt, doch der Körper hat davon noch nicht allzu viel mitbekommen. Er ist noch immer an die steinzeitlichen Verhältnisse angepasst.

Betrachten wir diese steinzeitlichen Ernährungsverhältnisse genauer, so gab es keine chemisch verarbeiteten Lebensmittel, keine Burger, keine Schokolade, kein Bier. Auch Landwirtschaft und demzufolge Getreideprodukte wie Brot existierten nicht. Stattdessen war der Steinzeitmensch Meister im Jagen und Sammeln.

Fettiges und mageres Fleisch, Fisch, Nüsse, Beeren und Gemüse. Die Ernährung war also im Allgemeinen reich an Fett und Eiweißen, dafür eher Arm an Kohlenhydraten. 

 

Was passiert im Körper mit überschüssigen Fetten und Kohlenhydraten?

Unsere Vorfahren hatten regelmäßig mit Hunger zu kämpfen, denn Lebensmittel waren zum Teil knapp. Dadurch hat unser Körper gelernt, überschüssige Energie bestmöglich zu speichern, um Hungerperioden überstehen zu können. Zu diesem Zwecke gibt es die Fettdepots in unserem Körper.

Als Energieträger gibt es vereinfacht gesagt Kohlenhydrate (Zucker, auch Glukose genannt) und Fette im Körper. Proteine (=Eiweiß) kann der Körper auch durch Gluconeogenese zu Zucker umwandeln, um daraus Energie zu gewinnen. Sowohl Fette, als auch Zucker können in den Fettdepots gespeichert werden.

Aus den Fettdepots kann der Körper allerdings nur sehr geringe Mengen an Zucker (etwa 6-8%) zurückgewinnen. Weiterhin besitzt der Körper neben den Fettdepots nur geringe Speicherkapazitäten für Kohlenhydrate.

Eine kleine Menge kann in der Leber und in den Muskeln gespeichert werden. Auf die in den Muskeln gespeicherte Energie haben die anderen Organe keinen Zugriff, sodass als körpereigene Zuckerquelle lediglich die Leber und zu geringen Anteilen die Fettdepots dienen.

Fette wiederum kann der Körper in sehr viel größeren Mengen speichern und aus den Fettdepots zurückgewinnen. Wenn der Körper also Fettdepots abbaut, so gewinnt er daraus primär „Fettenergie“ und nur sekundär „Kohlenhydratenergie“ (um dieses Thema leichter verständlich zu machen wurde hier absichtlich auf eine wissenschaftliche Ausdrucksweise verzichtet).

 

Warum verlangt unser Gehirn ständig nach Zucker?

Das Gehirn ist das dominanteste Organ und es kann nur durch Glukose, also Zucker und Ketonkörper mit Energie versorgt werden. Ketonkörper werden in der Leber aus Acetyl-CoA gebildet, welches wiederum aus den Fettdepots kommt.

Das Gehirn selbst ist ein großer Energiefresser – es macht etwa 20-25% des täglichen Energieverbrauches aus!

In der heutigen Zeit sind Kohlenhydrate unsere primäre Energiequelle – vegetarische und vegane Ernährungsweisen unterstützen das. Das Problem dabei ist die Tatsache, dass sich das Gehirn an die Versorgung mittels Glukose gewöhnt und die Produktion der zur Verwertung von Ketonkörper notwendigen Enzyme reduziert.

Das ist übrigens auch der Grund für die sogenannte „Ketose“, die häufig in der Anfangszeit einer Low Carb Diät auftritt. Die Ketonkörper werden zwar produziert, aber das Gehirn kann sie noch nicht effektiv verwerten. Die Folge ist schlechter Atem und Ketonkörper im Urin.

Das Gehirn verlangt nach einem konstanten Energiestrom, welcher infolge einer kohlenhydratreichen Ernährung aus Glukose bestehen soll.

Für die Kohlenhydrate gibt es allerdings kaum Speicherkapazitäten. Überschüssige Kohlenhydrate werden daher in den Fettdepots gespeichert.

Aus diesen können allerdings kaum Kohlenhydrate zurückgewonnen werden, sodass das Gehirn keine Verwendung für die Energie der Fettdepots hat. Stattdessen zwingt es uns, häufiger zu essen – Heißhunger auf Süßes sind die Folge! Die Fettdepots bleiben unangetastet oder wachsen gar an – ein eher suboptimales Szenario.

 

Woher bekommt der Körper seine Energie bei einer Low Carb Diät?

Die Low Carb Ernährung wird auch gerne zum Abnehmen angewendet – die sogenannte Low Carb Diät.

Beim Abnehmen ist ein Kaloriendefizit absolute Grundbedingung. Zwingt man sich weniger Energie als eigentlich notwendig zu sich zu nehmen, so muss der Körper dieses Defizit ausgleichen, um seine Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Wie wir oben gelernt haben, hat er jedoch kaum Verwendung für die Energie aus den Fettdepots. Woher also den Zucker nehmen?

Wie wir nun wissen, kann auch Eiweiß zu Glukose umgewandelt werden. Wo im Körper finden sich die meisten Proteine? Genau, in den Muskeln. Wenn der Körper und besonders das Gehirn also Glukose zur Versorgung benötigt und davon nicht genügend über eine Low Carb Ernährung bekommt, müsste also zwangsläufig Muskelmasse abgebaut werden, um das Kaloriendefizit auszugleichen.

Muskelmasse ist aktives Gewebe, welches den Grundumsatz, also die in Ruhe verbrauchte Energie, erhöht. Je mehr Muskelmasse, desto leichter das Abnehmen – Muskulatur sollte daher bestmöglich geschützt werden!

Aber wie schützen wir unsere Muskeln in einer Low Carb Diät?

Indem wir unsere Muskeln hart trainieren und genügend Proteine zu uns nehmen. In diesem Fall braucht der Körper die Muskeln für das schwere Training und somit bleiben als Energiequelle nur noch die Fettdepots übrig!

 

Was sind die Vorteile einer Low Carb Ernährung

Die Nährstoffzusammensetzung einer Low Carb Ernährung wird steinzeitlich gestaltet. Das bedeutet:

  • fettreich,
  • eiweißreich und
  • kohlenhydratarm.

Der Vorteil einer kohlenhydratarmen Ernährung ist dabei, dass unser Gehirn die Fettdepots für eine konstante Energieversorgung nutzen muss. Infolgedessen stellen auch längere Hungerperioden kein Problem mehr dar, denn es gibt genügend gespeicherte Energie in den Fettdepots.

Zudem muss der Körper seine Muskelmasse nicht abbauen, weil er sich konstant bei den Fettspeichern bedienen kann.

Darüber hinaus gehören mit einer Low Carb Ernährung Energietiefs im Alltag der Vergangenheit an, denn diese sind Folge der Blutzuckerschwankungen einer kohlenhydratreichen Ernährung.
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Hast Du gewusst:
Dass durch die verbesserte Oxidation (Nutzbarmachung) von Fettsäuren in den Fettdepots durch eine Low Carb Ernährung, auch die sportliche Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich erhöht wird? Der Körper nutzt bei längeren Ausdauereinheiten immer die Fettdepots zur Energiegewinnung! Durch die Low Carb Ernährung wird dieser Prozess also effektiver!

 

Wie sieht die Umsetzung einer kohlenhydratarmen Ernährung aus?

Hast Du Dich bisher immer kohlenhydratreich ernährt? Dann muss sich der Körper, speziell das Gehirn, erst an eine Low Carb Ernährung anpassen. Dazu sollte 1-4 Wochen lang die Kohlenhydratzufuhr auf weniger als 50g pro Tag gesenkt werden.

Die Kohlenhydrate sollten dabei primär aus Gemüse und sekundär aus Obst stammen. Dabei sollte nicht vergessen werden, die verringerte Kohlenhydratenergiezufuhr durch eine erhöhte Fettenergiezufuhr zu kompensieren.

Proteine sollte in einem moderaten Rahmen bleiben, da Eiweiße zu Glukose umgewandelt werden können und sich das Gehirn ja an die Versorgung mittels Ketonkörper gewöhnen soll.

In der Anpassungszeit muss mit leichten bis mittelschweren „Entzugserscheinungen“ gerechnet werden. Müdigkeit, verringerte Leistungsfähigkeit und Demotivation sind sehr weit verbreitete Symptome. Die durchschnittliche Anpassungszeit beträgt allerdings nur 1-2 Wochen.

Danach steigen Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Vitalität merklich an und die Kohlenhydratzufuhr kann wieder etwas erhöht werden. Wie hoch genau die tägliche Kohlenhydratzufuhr sein sollte, hängt vom Grad der körperlichen Aktivität ab.

Je häufiger intensiv trainiert wird, desto höher sollte die Kohlenhydratzufuhr sein. Wichtig ist dabei, die Kohlenhydrate auf die Zeit vor und nach dem Training zu beschränken. Etwa 2 Stunden vor bis 2 Stunden nach einer Trainingseinheit sollten überwiegend Kohlenhydrate und Eiweiße zugeführt werden.

Zu jeder anderen Tageszeit sollten die Mahlzeiten primär aus Fett, Eiweißen und Gemüse bestehen.

TIPP: Hier findest Du viele weitere wertvolle Infos und Low Carb Diät Tipps!

 

Welche sind die wichtigsten Nahrungsmittel bei einer Low-Carb-Ernährung?

Produkte wie Kartoffeln, Nudeln, Reis und Brot fallen bei einer Low Carb Ernährung weg und sollten ersetzt werden. Folgende Lebensmittel dürfen dabei einen festen Platz in Deinem Low Carb Ernährungsplan erhalten:

  • Fettiges Fleisch (speziell Rindfleisch)
  • Mageres Fleisch (Pute, Huhn)
  • Fettiger Fisch (Lachs, Makrele)
  • Magerer Fisch (Kabeljau, Tilapia, Dorsch)
  • Eier
  • Nüsse (Walnüsse, Mandeln, Paranüsse, Cashews)
  • Gemüse jeder Art
  • Obst (speziell Beerenobst)
  • Öle (speziell Kokosöl und Olivenöl)
  • Samen und Kerne (Sonnenblumenkerne, Leinsamen)
  • Whey Protein Isolat

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Da die Energie durch Kohlenhydrate durch Fette ersetzt werden muss, sollten fetthaltige Lebensmittel den Vorzug vor mageren Vertretern erhalten. Beim Kochen sollte mit Öl oder Butter nicht gespart werden. Die Angst vor einem saftigen, fettreichen Rumpsteak ist unbegründet und auch bei Nüssen und Eiern sollte nicht gegeizt werden.

Ein sehr wichtiger Punkt ist dabei allerdings, dass auch auf die Qualität der Produkte geachtet wird. Fettreiches Rindfleisch ist in seiner Naturform absolut fördernd für den Körper. Es liefert wichtige Energie, hochwertige Eiweiße und zahlreiche Mikronährstoffe wie B-Vitamine und Zink.

Mit den aus der Massentierhaltung stammenden Produkten hat natürliches Rindfleisch allerdings nicht mehr allzu viele Gemeinsamkeiten. Hormonbehandlungen, Antibiotika, etc. sind aus meiner Sicht ein Risiko für die Gesundheit.

Tierische Fette sind an und für sich gesundheits- sowie leistungsfördernd, aber nur, wenn die entsprechenden Tiere natürlich aufgewachsen sind und gelebt haben. Das Fleisch von grasenden Rindern enthält beispielsweise wesentlich mehr Omega-3-Fettsäuren, als das aus der Massentierhaltung.

Daher sollte bei allen Produkten stets auf die Qualität geachtet und im Notfall etwas mehr Geld ausgegeben werden. Spare niemals bei Deiner Gesundheit!

 

Wie wichtig ist Muskeltraining bei einer Low Carb Ernährung bzw. Low Carb Diät?

Die Ernährungsumstellung ist ein wichtiger Faktor beim Fettabbau, doch müssen noch weitere Schritte eingeleitet werden, um effektiv und vor allem nachhaltig abnehmen zu können.

Ein sehr wichtiger Punkt dabei ist das Muskeltraining. Viele meinen, Ausdauertraining wäre wichtiger zum Abnehmen, doch das stimmt nicht! Krafttraining und Muskeltraining gehört zum Fundament des Fettabbaus. Durch Krafttraining wird der Stoffwechsel beschleunigt und zudem die wertvolle Muskulatur vor dem Abbau geschützt.

Grundsätzlich sind Muskeln große Energiefresser und daher für den Körper Ballast, denn der Körper will nicht abnehmen! Er ist noch aus der Steinzeit darauf programmiert, Energie zu konservieren und nicht sie loszuwerden.

Daher versucht der Körper im Falle eines Kaloriendefizits Muskelmasse abzubauen, um seinen Energieverbrauch senken und damit seine Fettdepots schützen zu können.

Daher sollte jeder, der effektiv und nachhaltig abnehmen will, Krafttraining betreiben, um die Muskulatur effektiv zu schützen!

 

Abschlusswort

Die Low Carb Ernährung ist ein sehr effektiver und nachhaltiger Weg um Fett zu verlieren. Wer nachhaltig abnehmen und ein stahlhartes Sixpack enthüllen möchte, sollte definitiv über eine Umstellung zur Low Carb Ernährung nachdenken!




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Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.aesthetics-blog.com/low-carb-ernaehrung-abnhemen-sixpack/

15 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. Marco

    Hallo,
    das eine Low Carb Ernährung für viele Sinn macht steht außer Frage. Meiner Meinung aber nur weildurch den hohen Protein Gehalt eine gute Sättigung eintritt und automatisch ein höheres Kaloriendefizit entsteht. Und das ist das einzige was unterm Strich darüber entscheidet ob wir Fett abbauen oder nicht.
    (1) Similar weight loss with low- or high-carbohydrate diets. (Golay A, Allaz AF, Morel Y, de Tonnac N, Tankova S, Reaven G.) die das bestätigte. Körperfett wurde bei normaler und low Carb Ernährung gleichermaßen abgebaut.

    Genauso die Geschichte wann Kohlenhydrate gegessen werden sollten scheint nicht wirklich zu stimmen (Israelische Studie). Dort wurden übergewichtige Polizisten auf Diät gesetzt (20% Protein, 30%Fett,50% KH). Die eine Gruppe aß die KH über den Tag verteilt, die andere hauptsächlich abends. Die Abends-KH Gruppe hat mehr abgenommen und verlor mehr Körperfett.

    Im Grunde ein extremes Thema bei dem jeder selbst probieren muss was klappt und wobei man sich am besten fühlt.

    Gruß
    Marco

  2. Frank

    Ich sehe das ähnlich wie Marco. Die Aussage „weil durch den hohen Protein Gehalt eine gute Sättigung eintritt“ fand ich bei mir zwar nicht zutreffen. Ansonsten stimme ich aber mit ihm überein.
    Grüße, Frank

  3. Philipp Lehmann

    Hi
    Danke für Eure Kommentare.

    So einfach kann man das leider nicht betrachten, denn Kalorien sind nicht gleich Kalorien. Ein Kaloriendefizit ist zwar eine Grundbedingung dafür, dass Fett abgebaut wird, aber die Art der Kalorien spielt auch eine große Rolle. Es geht ja nicht nur darum, welche Kalorien zugeführt werden, sondern auch wie sie im Körper verwertet werden.
    Im 4-Stunden-Körper von Timothy Ferriss gab es auch eine Studie zu dem Thema. Dabei wurden die Probanden in drei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe bezog 90% der Gesamtkalorien aus Proteinen, eine weitere 90% der Gesamtkalorien aus Kohlenhydraten und die dritte Gruppe 90% der Gesamtkalorien aus Fetten.
    Die Fettgruppe nahm dabei am meisten Gewicht ab, die Proteingruppe nahm nur ein wenig ab und die Kohlenhydratgruppe nahm zu.
    Grundsätzlich sollte man Studien im gesamten Fitness- und Ernährungssektor nicht überbewerten, denn die meisten davon haben wenig Aussagekraft, weil methodische Mängel vorherrschen, viel zu wenig Probanden vorhanden waren, ein zu kurzer Zeitraum vorlag, zweifelhafte Geldgeber dahinter steckten etc etc etc. Die meisten Studien auf diesen Gebieten zeigen bestenfalls mögliche Zusammenhänge aber keine Kausalität.
    Der Grund, warum eine kohlenhydratarme Ernährung für den Fettabbau sinnvoll ist, wurde im Artikel beschrieben – es hängt mit dem Gehirn zusammen. Ernährt man sich kohlenhydratreich, wie wir es in der westlichen Welt ja grundsätzlich tun, verlernt das Gehirn die Energie aus den Fettdepots zu verwenden. Es benötigt fortan Kohlenhydratenergie, für die es wiederum keine Speicher gibt. Naja, die ganze Geschichte steht ja im Artikel, wichtig ist unterm Strich folgendes: Sobald man sich eine Zeit lang kohlenhydratarm ernährt, lernt das Gehirn wieder die Verwendung von Fettenergie (Ketonkörper). Sobald das geschehen ist, verlernt es diese Fähigkeit nicht allzu schnell, das heißt man kann von diesem Punkt an grundsätzlich auch die Kohlenhydratzufuhr erhöhen und dennoch hervorragend weiter abnehmen. Es wäre von da an nur sinnvoll, hin und wieder mal einen kohlenhydratfreien Tag einzulegen, damit das Gehirn nicht wieder verlernt, Ketonkörper als Energieträger zu verwenden (fachlich ausgedrückt: damit das Gehirn seine Ketolysefähigkeit nicht verliert).

    Was den Einnahmezeitpunkt der Kohlenhydrate angeht: Ich stimme Marco vollkommen zu und würde definitiv niemals dazu raten, nur morgens Kohlenhydrate zu essen. Im Gegenteil, ich bin entschieden dafür, die übliche Reihenfolge von „Frühstück wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König, Abendessen wie ein Bettler“ umzudrehen. Die größten, energiereichsten Mahlzeiten sollten auf den Abend gelegt werden, denn nach einer großen Mahlzeit folgt stets Müdigkeit. Das ist eine Gemeinsamkeit von allen Raubtieren, sie sind stets im eher hungrigen Zustand aktiv und werden träge/müde, wenn sie vollends gesättigt sind. Für aktive Menschen macht ein besonders üppiges Frühstück daher wenig Sinn.
    Was allerdings speziell die Kohlenhydrate angeht, sollte man diese grundsätzlich um die Workouts herum verteilen. Das liegt daran, dass bei intensivem Training primär Kohlenhydratenergie genutzt wird.

    Beste Grüße

    1. Peter Böhm

      Hi Phillip,
      die Studie mit den 90% finde ich interessant. Ich hätte aber gedacht das die Gruppe mit den Gesamtkalorien aus 90% Proteinen am meisten abgenommen hätte, denn rein theoretisch ist es für den Körper durch Gluconeogenese ein viel höherer Aufwand aus Proteinen Energie zu gewinnen als aus Fett. Von daher interessant das es dann doch die 90% Fett Gruppe war, die am meisten abnahm…

      1. Philipp Lehmann

        Hey Peter
        Ich zitiere einfach mal aus dem 4-Stunden-Körper:
        „Bei einer Studie, die von Kekwick und Pawan durchgeführt wurde, wurden drei Gruppen verglichen, die auf die gleiche (isokalorische) Diät gesetzt wurden, das heißt sie erhielten die gleiche Kalorienmenge, die aber je nach Gruppe zu 90 Prozent aus Fett, zu 90 Prozent aus Eiweiß oder zu 90% aus Kohlenhydraten bestand. Die Einhaltung der Diät war schwierig, die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus:
        -> 1000 Kalorien, bestehend aus 90 Prozent Fett = Gewichtsabnahme von 400 Gramm am Tag
        -> 1000 Kalorien, bestehend aus 90 Prozent Eiweiß = Gewichtsabnahme von 270 Gram am Tag
        -> 1000 Kalorien, bestehend aus 90 Prozent Kohlenhydraten = Gewichtzunahme von 100 Gramm am Tag.

        Unterschiedliche Kalorienquellen = unterschiedliche Ergebnisse“

        Ich würde den Unterschied zwischen der Gewichtsabnahme bei der Eiweiß- und Fettgruppe jetzt nicht zu hoch ansiedeln, denn es ist nicht gesagt, was genau abgebaut wurde. Ich vermute, dass die Fettgruppe eventuell etwas mehr Muskelmasse als die Eiweißgruppe abgebaut hat. Wie die Kohlenhydratgruppe zunehmen konnte, kann ich leider nicht erklären. Entscheidend ist eigentlich nur die Tatsache, dass Kalorien nicht gleich Kalorien sind.

  4. Schmindt

    Habe gerade mal etwas recherchiert, weil mir ein Kollege mitgeteilt hat, dass er sich seit der Umstellung auf Low Carb (nach meiner Empfehlung) nur noch Müde fühlt. Er kann nicht richtig schlafen und ist den ganzen Tag lang einfach nicht so leistungsfähig.
    Hier und auf einer anderen Seite haben ich nun vermutlich die Ursache entdeckt.

    Wenn ich mal zitieren darf ;-) …Du schreibst oben selber:
    „In der Anpassungszeit muss mit leichten bis mittelschweren “Entzugserscheinungen” gerechnet werden. Müdigkeit, verringerte Leistungsfähigkeit und Demotivation sind sehr weit verbreitete Symptome.“

    Gerade die Schlafstörungen machen ihm zu schaffen. Und ich glaube, dass es am Melatonin liegt, kann das sein?
    Habe das zumindest hier nachlesen können: http://www.essenohnekohlenhydrate.org/abends-keine-kohlenhydrate

    Müsste sich ja eigentlich von alleine wieder einpendeln oder?

    1. Peter Böhm

      Hi,
      aus eigener Erfahrung kann ich berichten das es sein kann, dass man sich die ersten 1-2 Wochen etwas schlapper fühlt, bei mir hat sich der Körper aber schnell daran gewöhnt, sodass ich mich danach sogar besser fühlte.

      Jeder Körper reagiert aber anders. Wenn dein Kollege sich nach zwei Wochen immer noch total müde fühlt (vorausgesetzt sein Ernährungsplan ist gut) würde ich ihm eine andere Diätform empfehlen. Eventuell Intermittent Fasting, oder eine Low Fat Diät.

      Auch die Trainingsintensität etwas reduzieren kann gegen die Müdigkeit helfen.

      Auch einen Versuch wert ist es ein schlafförderndes Supplement mal zu testen. Hier kann ich ZMA empfehlen!

  5. Marcus

    Hey,

    sehr interessante Erfahrungen, die ihr hier teilt. Generell ist das Ergebnis für mich nicht überraschend.

    LG Marcus

  6. Andreas

    Diesen Blog finde ich echt interessant, gerade weil ich mich wieder mit dem Thema Low Carb beschäftige. Mein Trainer meinte im Fitness Studio immer, dass jeder damit andere Erfahrungen macht und er selbst beim Krafttraining mit Low Carb (also wenige Kohlenhydrate) viel weniger Gewicht nur drücken konnte und dass er oft durch diese Ernährungsumstellung müde, schwach und schlecht gelaunt war.

    Bei mir war es nur am Anfang so, dass man etwas kaputt und schwach ist, was aber dann nach paar Tagen wieder normal wird. Natürlich merke ich da auch schon, dass man nicht so viel Gewicht drücken kann, wie bei den ganzen Kohlenhydrate, aber ich nehme dadurch viel besser ab. Ist zwar mit dem Essen etwas umständlicher, man muss richtig kochen usw. Aber es lohnt sich und ist oft gesünder.

    Ab Februar mache ich dann wieder diese Umstellung von Masseaufbau auf Low Carb. Ist ja bald wieder Sommer :)

  7. Chris

    Toller Blog und guter Beitrag. Danke, werde Low carb noch etwas durchziehen

    1. Tom

      Hey habe mich eine zeitlang jetzt informiert über die lowcarb Diät bzw Ernährungsumstellung und wollte es demnächst mal ausprobieren hätte aber mal ein paar fragen wie z. B wie lange ich das wohl durchziehen muss um erfolgreich so ca. 5 kg an fett abzunehmen, und ob ich es immoment während meiner Klausurphase lieber noch ein bißchen warte weil man wie es oben steht evtl an „verringerte Leistungsfähigkeit und Demotivation“
      Leidet und das ist das letzte was ich während des lernens brauche :D
      Außerdem ob ich Cardio wie laufen, schwimmen, Radfahren trotzdem in meinen Trainingsplan mit einbringen soll evtl zwischen meinen intensiveren muskelaufbau Trainings oder ob das schwachsinnig ist.
      Lg. Tom
      PS. Finde diese blog sowohl die Kommentare echt hammer hat mir aufjedenfall ziemlich weiter geholfen und dafür bedanke ich mich schonmal :)

  8. Conrad

    Hi zusammen,

    ich stehe vor einem etwas seltsamen Problem. Anhand von Ketosticks nachgewiesen bin ich in Ketose – wobei die Färbung nur auf geringe Mengen Ketone im Urin hinweist. Ich liege bei <40g KH am Tag, etwa 160g EW und der Rest sind Fette/Öle. Bin 1,90 groß und habe derzeit 91kg. Kraftsport alle 2d, am Trainigstag 2300-2400 kcal sonst etwa 2100-2200kcal. Bin weder müde noch schlapp oder hunrig.
    Nun: 10kg sind runter, leide fast nur Wasser und anscheinend Muskeln. An meiner Wampe tut sich aber gar nichts und ich weiß nicht warum. Ich supplementiere viel, BCAAs, Zinkt, Ca und MG, Vitamine und Mineralstoffe. Habs mit Animal Cuts probiert und mit Insane Cutz. Ich bin dermaßen weit weg vom Sixpack bei etwa 17% KFA. Was muss ich ändern?

  9. Sonja

    Hallo,

    hier kurz meine Erfahrung mit low carb. Ich habe mich vor ca. 6 Wochen darauf eingelassen sehr kohlenhydratarm und fettreich zu ernähren, weil ich die ständigen Heisshungerattacken leid war. Und was soll ich sagen, ab dem Tag an dem ich nachweislich in der Ketose war (ca. 3-4 Tage) ist vom Heisshunger nichts mehr da. Ich fühle mich den ganzen Tag konstant gut, bin nicht mehr gereizt (bin weiblich ;-)
    und habe richtig Lust auf Sport bekommen.

    Habe erst gestern einen Leistungscheck im Fitnessstudio machen lassen (nach 4 Wochen Krafttraining + Cardio) und der Trainer hat nicht schlecht gestaunt, weil ich in dieser Zeit 4% Körperfett verloren habe und Muskeln aufgebaut habe. Ich kann quasi zuschauen wie sich mein Körper strafft. Das ist für mich als Frau DER Grund dabei zu bleiben.
    Dabei essen ich ausreichend und mein Kaloriendefizit bewegt sich nur bei 100 bis 300 Kalorien pro Tag. Manchmal essen ich auch mehr.
    Ich finde es sehr einfach diese Art der Ernährung beizubehalten. Mittlerweile kann ich auch Beeren, Äpfel oder Orangen essen und bleibe immernoch in der Ketose. Alles in Maßen natürlich.

    Hätte früher nie gedacht, daß die Umstellung mir so gut tun würde. Allein der Gedanke keine Brötchen zum Frühstück essen zu können war Horror für mich :-)

    Seit ein paar Tage habe ich sogar mit Laufen angefangen (habe ich früher gemacht), weil ich merke der Körper will sich jetzt auspowern und ich muß nicht befürchten, daß mir der Heisshunger danach (oder währenddessen) schlechte Laune macht. Er ist einfach aus meinem Leben verschwunden. Was für ein Segen!

    1. Peter Böhm

      Hallo Sonja,
      freut mich sehr, dass Du hier Deine Erfahrungen mit uns teilst! :)
      Du hast also in Low-Carb die richtige Ernährungsstrategie für dich gefunden – Glückwunsch!
      Alles Gute weiterhin!
      Liebe Grüße,
      Peter

      PS: Halte uns gerne hier auf dem Laufenden! ;)

  10. Poli

    Ein toller Beitrag zu meiner bevorzugten Ernährungsstrategie. Ich selbst habe mit Low Carb vor vielen Jahren begonnen und in den ersten Wochen deutliche Krafteinbußen und Mangelerscheinungen erlebt, da ich durch mein aktives Bodybuilding damals sehr kohlenhydratreich gegessen habe. Wenn man aber die ersten Wochen und dann Monate übersteht, ist man über den Berg. Ich selbst kombiniere diese Ernährungsweise mittlerweile mit anderen Strategien und halte bei geringem Körperfettanteil meine Form schon recht lange.

    Ich schaue wieder vorbei.

    Grüße Poli

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