Sehnenscheidenentzündung durch Sport – Fragen & Antworten

↺ Letzte Aktualisierung: 6. Oktober 2020

Sehnenscheidenentzündung durch Sport

Sportler und insbesondere Kraftsportler, leiden häufig unter Schmerzen im Bereich der Schulter, der Ellenbogen oder auch am Handgelenk. Die Diagnose ist dann meist eine Sehnenscheidenentzündung. Hier in diesem Blog-Beitrag findest Du Antworten auf die häufigsten Fragen, sowie die genauen Ursachen und was Du tun kannst bei einer Sehnenscheidenentzündung!

 

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Eine Sehnenscheidenentzündung, in der Fachsprache auch Tendovaginitis genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenscheiden, welche die Sehnen an besonders beanspruchten Körperstellen wie eine Schutzhülle umgeben.

Kommt es zu einer einseitigen, erhöhten Beanspruchung, kann es zu einer Reizung der Sehnen und somit zu einer Sehnenscheidenentzündung kommen. Betroffen sind meist Kraftsportler im Bereich der Schulter, Ellenbogen oder des Handgelenks, aber auch Menschen, die in ihrem Beruf immer wiederkehrende Tätigkeiten verrichten.

Typische Anzeichen einer Tendovaginitis sind stechende, ziehende Schmerzen, sowie Rötungen und Schwellungen. Wird eine Sehnenscheidenentzündung früh erkannt, reichen häufig nicht-operative Maßnahmen als Therapie. Bei Bewegungseinschränkungen hilft hingegen nur noch eine Operation.

Was versteht die Medizin unter einer Sehnenscheiden-Entzündung?
Unter einer Tendovaginitis verstehen Mediziner eine Entzündung der flüssigkeitsgefüllten Hülle der Sehnen, der sogenannten Sehnenscheide.

 

Welche Symptome treten bei einer Sehnenscheidenentzündung auf?

Je nach Ursache kommt es zu teils unterschiedlichen Beschwerden. Allen gemeinsam ist ein stechender, ziehender Schmerz, der vor allem bei Bewegung spürbar ist.

Aufgrund der Entzündung kann die Stelle zudem gerötet und geschwollen sein. Bakterielle Sehnenscheidenentzündungen zeichnen sich auch durch eine Überwärmung aus. Häufig empfinden Betroffene entlang des Sehnen- oder Muskelverlaufs einen Druckschmerz.

Im Regelfall entwickeln sich die Symptome langsam und werden mit der Zeit intensiver.

Eine Sonderform der Tendovaginitis ist die Tendovaginitis stenosans, eine Entzündung im Bereich der Fingerbeugemuskulatur. Die Sehnenscheide ist an der betroffenen Stelle so sehr verengt, dass die Sehne beim Strecken ruckartig über die Engstelle schnappt. Dabei ist der Fingerstark in seiner Bewegung eingeschränkt.

 

Was sind die Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung?

Die aus Bindegewebe bestehende Sehne verbindet Muskeln und Knochen miteinander und wird an stark belasteten Stellen des Körpers von sogenannten Sehnenscheiden umgeben. Diese aus doppelblättrigen Lamellen bestehenden Hüllen sind mit Gelenkschmiere gefüllt und schützen so die Sehnen vor mechanischen Schäden.

Wird die Sehne beziehungsweise die Sehnenscheide jedoch durch sich ständig wiederholende Tätigkeiten überlastet, kommt es zu Entzündungsreaktionen. Auch bakterielle Infektionen oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder rheumatoide Arthritis können Auslöser einer Tendovaginitis sein.

Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk

Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk

 

Wie ist der Verlauf einer Sehnenscheidenentzündung?

Ohne Begleiterscheinungen wie Rheuma oder Gelenkentzündungen ist die Prognose recht gut. Vor allem, wenn Du den betroffenen Körperteil schonst und belastende Tätigkeiten einstellst, sollte die Sehnenscheidenentzündung innerhalb weniger Wochen wieder abklingen.

In manchen Fällen kann eine Tendovaginitis je nach Ursache auch einen langwierigen Verlauf einnehmen oder sogar zu Komplikationen, wie Verdickungen der Sehnen führen.

 

Wie lässt sich eine Sehnenscheidenentzündung diagnostizieren?

Meist lässt sich eine Sehnenscheidenentzündung allein durch ein Anamnesegespräch und anhand einer körperlichen Untersuchung der betroffenen Stellen leicht diagnostizieren.

In seltenen Fällen sind bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall oder eine Magnetresonanztomografie notwendig, um andere Krankheiten auszuschließen.

Sollte der Verdacht auf Rheuma bestehen, wird der Arzt zusätzlich Dein Blut untersuchen. Eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung kann dazu beitragen, ein Karpaltunnelsyndrom auszuschließen.

 

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Grundsätzlich ein erhöhtes Risiko, eine Sehnenscheidenentzündung zu bekommen haben Personen, die einer einseitigen, erhöhten Beanspruchung, wie beispielsweise dem Schreiben auf einer Computertatstatur, Handwerken, Kochen oder Musizieren ausgesetzt sind.

Auch Sportler und insbesondere Kraftsportler, welche sich häufiger nach einem harten Training nicht genügend Zeit zur Erholung und Regeneration geben, können eine Sehnenscheidenentzündung entwickeln.

Häufig betroffen sind dann: Die Innen- oder Außenseite der Ellenbogen, die Bizeps- oder Trizepssehne und auch häufig die Sehnen im Bereich der Schultern.

TIPP: Bei Muskelkater den Muskel erst wieder trainieren, wenn der Schmerz verschwunden ist!

Es trifft aber nicht nur Kraftsportler, auch bei Tennisspielern ist diese Überlastung der Sehnenscheiden als „Tennisarm“ bekannt. Auch der Ausdruck „Maushand- oder arm“ ist mittlerweile bei Menschen die im Büro arbeiten sehr geläufig.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Welche Personen noch zur Risikogruppe für eine Sehnenscheidenentzündung gehören, liest Du hier.

 

Kann man eine Sehnenscheidenentzündung vorbeugen?

Am besten kannst Du einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen, indem Du Deinen Arbeitsplatz ergonomisch einrichtest. Bringe Abwechslung in Deine Bewegungsabläufe und lege öfters eine Pause ein.

Darüber hinaus kannst Du bei Sportarten wie Yoga oder Pilates vorbeugende Übungen erlernen und somit Fehlbelastungen vermeiden.

Vor dem Muskeltraining solltest Du Dich immer ausreichend Aufwärmen und das Dehnen nicht vergessen. Hast Du Schmerzen bei einer Übung, dann vermeide diese Übung und tausche sie gegen eine andere, wo Du keine Schmerzen verspürst!

 

Was passiert, wenn Du eine Sehnenscheidenentzündung nicht behandelst?

Ohne Therapie werden die Beschwerden auf Dauer stärker. Hinzu kommen Bewegungseinschränkungen, die auch den Alltag stark beeinflussen können.

Anhaltende Entzündungsreaktionen vernarben das Gewebe und können im Falle einer betroffenen Hand zu einem sogenannten „schnappenden Finger“ führen.

Die Sehnenscheide ist dabei so verengt, dass sich die Sehne und der Muskel nur noch unter Kraftaufwand mit einer ruckenden Bewegung ausstrecken lassen.

 

Welche nicht-operativen Behandlungen gibt es bei einer Sehnenscheidenentzündung?

Je nach Ursache, kann eine Sehnenscheidenentzündung mit folgenden Maßnahmen behandelt werden:

  • Schonen und Ruhigstellen
  • Entzündungshemmende Medikamente oder Antibiotika
  • Kühlen
  • Spritzen mit Kortison und Betäubungsmittel
  • Physiotherapie und Massagen
  • Bandagen und Orthesen
  • Ultraschall- oder Elektrotherapie

 

Wann muss eine Sehnenscheidenentzündung operiert werden?

Nach drei bis sechs Monaten sollte sich eine Besserung der Beschwerden einstellen, ansonsten solltest Du über eine Operation nachdenken, bei welcher der Arzt das eingeengte, entzündete oder verdickte Gewebe spaltet und der Sehne wieder Raum zum Gleiten gibt.

Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und erfolgt über einen Hautschnitt. Auch Bewegungseinschränkungen können ein Grund für einen chirurgischen Eingriff sein.

Nach der Operation kannst Du Deine Sehne wieder leicht bewegen, um ein Verwachsen des Gewebes mit einem umliegenden Nerv zu vermeiden.

Nach etwa zehn Tagen werden die Nähte gezogen. Was Du unbedingt vor und nach der Operation einer Sehnenscheidenentzündung beachten solltest, kannst Du hier nachlesen.

 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Alle für die Diagnose benötigten Untersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Bei bestimmten Leistungen, wie speziellen Schienen oder stützenden Verbänden, kann ein Selbstbehalt entstehen.

Informationen dazu bekommst Du bei Deinem Sozialversicherungsträger. Grundsätzlich gilt, immer den ganzen Körper in die Therapie miteinzubeziehen, da verspannte Muskeln Auswirkungen auf alle Gelenke haben können.

 

Ich hoffe, dass ich Dir mit diesem Beitrag einen guten Überblick über die häufigsten Fragen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten geben konnte.


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