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Fruktoseintoleranz – Infos und Tipps bei Problemen mit Fruchtzucker

Fruktoseintoleranz

Leidest Du häufiger unter Bauchkrämpfen, Durchfall oder Übelkeit nach den Mahlzeiten? Du fühlst Dich matt und abgeschlagen, hast oft mit Müdigkeit zu kämpfen und Schwierigkeiten, Dich zu konzentrieren? Viele Menschen können in diesem Fall ihre Beschwerden nicht zuordnen. Eine Fruktoseintoleranz könnte dabei das Problem dieser Ursachen sein. Alles Infos und Tipps bei Problemen mit Fruchtzucker findest Du jetzt hier…

 

Was tun bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind unter der Bevölkerung weit verbreitet. Vor allem Laktose, Fruktose- und Sorbit-Intoleranz sowie Zöliakie, das ist die Unverträglichkeit von Gluten, sind häufige Ursachen für die eingangs genannten Beschwerden.
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Aber was kannst Du tun bei einem Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?
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Der erste Weg sollte immer der zum Arzt sein! Mittels eines Wasserstoff-Atemtests, der in der Regel vom Internisten durchgeführt wird, kann bei einem Verdacht getestet werden, ob eine derartige Unverträglichkeit vorliegt.

Damit kann für viele Betroffene schon ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht werden, da mit der entsprechenden Diagnose endlich eine Ursache für die anhaltenden Beschwerden vorliegt!

 

Was ist eine Fruktoseintoleranz und welche Symptome können auftreten?

Menschen die an Fruktoseintoleranz leiden, können den Fruchtzucker nicht richtig über die Dünndarmschleimhaut aufnehmen. Es besteht also eine Resorbtionsstörung, welche zu Problemen im Magen-Darm-Trakt führt. Nach dem Verzehr von fruchtzuckerhaltigen Mahlzeiten können somit folgende Symptome auftreten:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Krämpfe
  • Blähungen
  • Durchfall

Längerfristig können daraus auch folgende Symptome entstehen:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Wetterfühligkeit
  • eine erhöhte Infektionsanfälligkeit und
  • Depressionen
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Da nahrungsspezifische Krankheitssymptome jedoch noch nicht hinreichend erforscht sind, stellen Ärzte häufig Fehldiagnosen wie Reizdarm-Syndrom und können ihren Patienten deshalb keine Hilfestellung geben.

Zwar gilt die Fruktoseintoleranz den aktuellen Kenntnissen nach nicht als heilbar, jedoch kann sie durch das Einhalten diverser Diätvorgaben deutlich verbessert werden.

 

Diagnose Fruktoseintoleranz – warum nicht nur Obst das Problem ist

Eine Fruktoseintoleranz ist keine Seltenheit und tritt durchaus häufig auf. Meist nach längeren Stressphasen oder einer Antibiotika Therapie, wird die Darmschleimhaut oder die Darmflora so beeinträchtigt/beschädigt, dass daraus eine Fruktoseintoleranz entsteht.

Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich bei der Fructoseintoleranz jedoch nicht nur um eine Unverträglichkeit von Obst, die mit dem Meiden von Früchten abgetan ist.

Fruktose oder Fruchtzucker ist als natürliche Süße nicht nur in Früchten und in geringerem Anteil in Gemüse enthalten, sie ist auch Bestandteil des üblichen Haushaltszuckers, der Saccharose! Saccharose besteht zu 50% aus Fruchtzucker und zu 50% aus Traubenzucker.

 

Was kannst Du bei einer Fruktoseintoleranz tun?

Nach der Diagnose von einem Arzt, sollten Betroffene erst einmal einige Wochen eine Karenzzeit einhalten, in der Fructose streng gemieden wird.

Eine komplett fruktosefreie Ernährung ist in den meisten Fällen nicht möglich, da Fruchtzucker in vielen Lebensmitteln versteckt in geringen Mengen enthalten ist und sich die Aufnahme so kaum vermeiden lässt. Jedoch kann man die Zufuhr auf ein Minimum reduzieren.

Die Dauer der Karenzzeit ist individuell und hängt vom Verträglichkeitsgrad des Patienten ab. Meist sollte sie minimal zwei und maximal sechs Wochen andauern.

In dieser Zeit empfiehlt es sich, möglichst magenschonend zu kochen und zu essen. Vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit in Form von stillem Wasser und verträglichen Teesorten, wie beispielsweise Grüntee, sollte geachtet werden.

Problemfrei sind in dieser Phase, sofern nicht andere Intoleranzen, Unverträglichkeiten oder Allergien vorliegen, tierische Produkte wie Milch, Fleisch, Fisch und Hühnereier.

Auch Vollkornnudeln oder Kartoffeln werden im Regelfall gut vertragen. Bei Wurstprodukten hingegen muss auf die Inhaltsstoffe geachtet werden, da häufig Zucker zugesetzt wird. Auch Gewürze sollten mit Vorsicht und in eher mäßiger Dosierung eingesetzt werden!

TIPP: Protein-Nudeln ist bei Fruktoseintoleranz meist sehr gut verträglich!
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Protein Pasta bei Fruktoseintoleranz

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Wie geht es nach der Karenzzeit weiter?

Sobald die Karenzzeit überstanden ist, sollten sich die Beschwerden definitiv verbessert haben. Das Einhalten einer strengen Diät wirkt sich beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt aus und hilft dabei, die Fehlbesiedelung des Darms, der durch den nicht abbaubaren Zucker dauerhaft belastet war, rückgängig zu machen.

Nachdem eine Weile die Kost nahezu fruktosefrei gehalten wurde, sollte Fruchtzucker jedoch in kleinen Mengen wieder aufgenommen werden, um einen Vitaminmangel auszuschließen und den Körper an eine geringe Dosierung zu gewöhnen.

Die Aufnahme von Obst ist beispielsweise eher nach einer Mahlzeit und eher mittags oder abends, nicht aber morgens zu empfehlen. Auch sollte immer auf die Menge geachtet werden. Da Fruktoseintoleranz bei jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägt ist, müssen die Toleranzgrenzen individuell ausgetestet werden.

ACHTUNG: Wird Fruktose dauerhaft streng gemieden, kann dies zu Schädigungen führen und eine Folge weiterer Intoleranzen nach sich ziehen.

 

Vorsicht bei Sorbit und Fructoseintoleranz!

Bei vielen Patienten geht mit der Fruktoseintoleranz eine gleichzeitige Sorbitunverträglichkeit einher. Personen, bei denen der Sorbittest unauffällig war, sollten jedoch nach Möglichkeit trotzdem diesen Stoff meiden, da Sorbit im Körper zu Fruktose umgewandelt wird.

Bei Sorbit handelt es sich um einen Zuckeraustauschstoff, der vor allem in Diabetikerprodukten, Kaugummis, Zahnpasta, Bonbons, Lutschpastillen, Pralinenfüllungen und Schokolade, sowie als Feuchthaltemittel in Toast, Kuchen etc. verwendet wird.

Häufig versteckt sich Sorbit hinter der E-Nummer 420!

TIPP: Auch viele Produkte, die als „zuckerfrei“ gekennzeichnet sind, enthalten Sorbit und sind für Personen mit einer diagnostizierten Fruktoseintoleranz nicht zu empfehlen.

 

Achtung bei verstecktem Zucker!

Viele Fruktoseintoleranz-Betroffene leiden vor allem in der Anfangszeit nach ihrer Diagnose unter häufigen Beschwerden, obwohl sie ihrer Meinung nach den Auslöser ihrer Probleme strikt meiden.

Dies ist gerade in der ersten Zeit jedoch völlig normal, da sich Zucker und Fruchtzucker oft in Produkten verstecken, in denen man ihn nicht unbedingt vermuten möchte: So enthalten Wurstprodukte häufig zugesetzten Zucker, sowohl in abgepackter Form als auch beim Metzger.

Auch Brot, Brötchen und andere Backwaren können problematisch werden, in diesem Fall empfiehlt sich entweder das Nachfragen beim Bäcker oder aber das Backen des eigenen Brotes. Haushaltszucker, der ja nur zur Hälfte aus Fruchtzucker besteht, wird von manchen Fruktose-Patienten in kleinen Mengen gut vertragen, jedoch längst nicht von allen.

Generell gilt jedoch, dass Traubenzucker (der 50% von Saccharose ausmacht) gut vertragen wird, da er über das Blut in den Stoffwechsel gelangt.

Vor allem süße Zungen mit Fructoseintoleranz können deshalb als alternative Süßungsquelle auf Traubenzuckerbasis zurückgreifen, der jedoch bei Rezepten in etwa in die dreifache Menge von handelsüblichem Haushaltszucker umgewandelt werden sollte, da er weniger Süßkraft besitzt.

 

Alternative Süßungsmittel bei Fructoseintoleranz

Generell entwickeln Menschen mit Fruktoseintoleranz mit der Zeit einen guten Instinkt für verträgliche und unverträgliche Nahrungsmittel. Einige werden auch Kreativität im Erstellen neuer Gerichte und dem Finden von Ersatzstoffen.

Auf Süßspeisen und Desserts muss nicht komplett verzichtet werden. Alternative Süßungsmittel wie Stevia, Traubenzucker oder Reissirup sorgen dafür, dass der süße Geschmack nicht vollends in Vergessenheit gerät.

Aber Achtung: Bei jedem Süßungsmittel sind individuelle Eigenheit zu beachten!

So ist Stevia, das pflanzlich gewonnen wird, deutlich süßer als Haushaltszucker. Meist reicht bei reinem Stevia (im Handel sind oft Produkte erhältlich, die nur einen Stevia-Anteil besitzen) ein Zehntel der angegebenen Menge an Haushaltszucker.

Traubenzucker hingegen besitzt nur ein Drittel der Süßungskraft von normalem Haushaltszucker und muss entsprechend höher dosiert werden. Dabei ist jedoch auf den Blutzuckerspiegel zu achten. Außerdem können zu hohe Mengen an Traubenzucker eine abführende Wirkung erzeugen.

Reissirup hingegen bringt nur eine geringe Süße mit sich, wird jedoch vom Körper deutlich langsamer abgebaut und ist daher auch für den Ausdauersport geeignet.

 

Fazit – Leben mit Fruktoseintoleranz muss kein ständiges Verzichten sein

Obwohl viele Menschen in den ersten Wochen nach der Diagnose enttäuscht und ängstlich sind und viele Nahrungsmittel meiden muss die Unverträglichkeit von Fruchtzucker kein Leben voller Einschränkungen bedeuten!

Nach nur wenigen Monaten sind die meisten Betroffenen vollends darauf eingestellt und haben eine instinktive Kreativität für neue Nahrungsmittel und Rezepte entwickelt und können ein nahezu beschwerdefreies Leben führen.


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