Welche Diäten gibt es? 10 bekannte Abnehm-Methoden im Überblick

Hast Du schon mal was von Atkins-Diät, Null-Diät oder Trennkost-Diät gehört? Diäten gibt es wie Sand am Meer, deshalb kann es hier schnell zu Verwechslungen kommen. Finde in diesem Artikel die 10 der bekanntesten und geläufigsten Diäten, jeweils kurz zusammengefasst…

 

1. Atkins-Diät

Im Gegensatz zu vielen anderen Diäten stehen hier nicht die Kalorien, sondern einzig die Kohlehydrate im Mittelpunkt. Diese werden zu Beginn fast vollständig vom Speiseplan gestrichen und sind erst schrittweise wieder in kleinen Mengen erlaubt.

Proteine, pflanzliche und vor allem tierische Fette hingegen, darf man nach Herzenslust essen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Eier, Fisch oder stark fetthaltiges Dressing handelt. Zusätzlich gilt es, möglichst viel zu trinken.

Vorteile

Ziel der Atkins-Diät ist es, die Kohlehydrate am Verdauungsapparat vorbei zu schummeln – weshalb gerade in der Anfangsphase eine schnelle und hohe Gewichtsreduzierung ermöglicht wird.

Allerdings lässt sich diese überwiegend auf eine gesteigerte Ausscheidung von Wasser zurückführen und dürfte meist nicht von Dauer sein.

Nachteile

Zusätzliche Risiken bestehen aufgrund der sehr einseitig orientierten Ernährung. Daraus können Mangelerscheinungen und infolgedessen auch Nebenwirkungen wie Verstopfung, ein schlappes Gefühl oder Kreislaufprobleme resultieren.

 

2. Brigitte-Diät

Bei der Brigitte-Diät werden grundsätzlich keine Lebensmittel verboten. Die Gewichtsreduzierung soll durch eine Minderung der Kalorienzufuhr und eine optimale Zusammenstellung der einzelnen Zutaten erreicht werden.

Insgesamt gibt es über den Tag verteilt drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten nach festen Vorgaben.

Vorteile

Da durch die abwechslungsreichen Rezepte im Rahmen dieser Mischkost keine Lebensmittelgruppen vernachlässigt werden und der Körper ausreichend Kohlehydrate, Proteine, Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine erhält, ist die Brigitte-Diät durchaus eine gesunde Variante, abzunehmen.

Nachteile

Ein Nachteil besteht allerdings in der völligen Unflexibilität. Die Rezepte lassen sich nur schwer dem persönlichen Geschmack anpassen, bringen einen gewissen Zeitaufwand durch Einkauf und Zubereitung mit sich, sind für Berufstätige wenig geeignet und bieten lediglich begrenzt einen Mehrwert für später.

Speziell die Einschränkung auf täglich 1000 Kalorien birgt so das Risiko, nach Beendigung der Diät dem berüchtigten Jo-Jo-Effekt zum Opfer zu fallen – nicht zuletzt weil eine wirkliche Umstellung der Ernährungsgewohnheiten durch den vorgegebenen Plan praktisch wegfällt.

 

3. Die FdH Diät

Friss die Hälfte (FdH) – dieser Klassiker ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit und in seiner Ausführung sicher eine der simpelsten Diäten überhaupt.

Denn eigentlich bedeutet FdH nichts anderes als „iss weniger und du nimmst automatisch ab“.

Vorteile

Von diesem Credo ausgehend steht zumindest fest, dass man bei der FdH-Diät mit hundertprozentiger Garantie Gewicht verliert. Denn weniger Nahrung bedeutet weniger Kalorien bedeutet weniger Zentimeter um die Hüften.

Ob es auch die richtigen Zentimeter sind, kann man jedoch nicht pauschal sagen.

Denn es spielt nicht nur eine Rolle, welche Menge an Lebensmitteln man zu sich nimmt, sondern zudem von welcher Qualität sie sind.

Die Hälfte einer ausgewogenen Ernährung bleibt ausgewogen, die Hälfte einer ungesunden Ernährung bleibt ungesund – daran ändert die Halbierung nichts.

Nachteile

Wer sich allein auf Sparmaßnahmen über einen festgesetzten Zeitraum stützt und danach zur üblichen Essweise zurückkehrt, dürfte die verlorenen Pfunde rasch wieder auf der Waage zu sehen bekommen.

Wirklich Sinn macht FdH daher ausschließlich in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung und Sport.

 

4. Low-Fat-Diät

Bei dieser Diätform werden die Fette in der Ernährung stark reduziert. Beispielsweise gibt es die Low-Fat 30 Diät, hier sollte der Fettanteil etwa 30 Prozent der Kalorien ausmachen.

Trotzdem spielt ebenfalls bei einer Low-Fat-Diät die Gesamternährung eine ausschlaggebende Rolle.

Weniger Fett nützt auf Dauer nichts, wenn die restliche Ernährung ungesund, zu einseitig oder zu kalorienreich daherkommt.

 

5. Hollywood-Diät

Ähnlich der Brigitte-Diät soll die Gewichtsreduzierung durch eine Minderung der Kalorienzufuhr und eine optimale Zusammenstellung der einzelnen Zutaten zustande kommen.

Zusätzlich wird der tägliche Speiseplan überwiegend auf Obst umgestellt und Nahrungsmittel mit einem hohen Fett- Salz- oder Zuckergehalt größtenteils daraus verbannt.

Die Zusammenstellung der Mahlzeiten erfolgt nach einem festgelegten, äußerst detaillierten Plan, den es rigoros einzuhalten gilt.

Vorteile

Als positiver Aspekt kann dagegen bis zu einem gewissen Grad die starke Fokussierung auf Obst gewertet werden, da zumindest die Versorgung mit Vitaminen und Antioxidatien garantiert ist.

Nachteile

Die Nachteile liegen auf der Hand: Strenge Rezepte berücksichtigen weder den individuellen Geschmack, noch lassen sie Spielraum für eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den eigenen Ernährungsgewohnheiten und einer eventuellen Umstellung.

In der Kombination mit der extremen Einschränkung auf täglich maximal 800 Kalorien (eher weniger) wird dem Jo-Jo-Effekt Tür und Tor geöffnet. Auch mit starkem Muskelabbau ist bei dieser Diät zu rechnen.

 

6. Blutgruppen-Diät

Diese Sonderform zählt zu den sogenannten „Mode-Diäten“. Sie baut nicht auf der Kontrolle von Kalorien oder bestimmter Nahrungsmittel auf und ist bezüglich ihrer Wirksamkeit nicht wissenschaftlich erwiesen.

Grundprinzip dieser Diät bildet die Einteilung des Menschen und seiner optimalen Ernährung nach den Blutgruppen 0, A, B und AB, denen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden.

So sollten sich Angehörige der Blutgruppe A überwiegend von pflanzlichen Erzeugnissen ernähren, während Angehörige der Blutgruppe 0 aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit eher für Fleisch prädestiniert sind. Nach diesem Basiskonzept wird der gesamte Speiseplan ausgerichtet.

Nachteile

Zu Sinn und Wirksamkeit kann man schwerlich etwas sagen, denn die Blutgruppen-Diät entbehrt bislang einem medizinischen Hintergrund. Bei dem einen mag sie funktionieren, bei dem anderen nicht.

Einzig die teilweise recht einseitige Ausrichtung – bei Blutgruppe 0 beispielsweise auf tierisches Eiweiß – fällt negativ ins Auge.

Sie kann zu Mangelerscheinungen von Schwindel bis Störung des Darms oder Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems führen.

 

7. Glyx-Diät (Montignac-Diät)

Die vier Buchstaben Glyx stehen für glykämischer Index und bezeichnen einen Wert, der die Anstiegsstärke des Insulinspiegels nach der Nahrungsaufnahme angibt.

Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Wert lassen dementsprechend den Insulinspiegel stark ansteigen, während Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Wert diesen kaum oder nur wenig ansteigen lassen.

Bevorzugt werden im Rahmen der Diät möglichst niedrige Glyx-Werte, unabhängig von ihrem individuellen Gehalt an Kohlehydraten, Eiweiß, Fett und sonstigen Nährstoffen.

Das Prinzip der Glyx-Diät ist selbst für Laien einwandfrei nachvollziehbar: Je weniger der Insulinspiegel ansteigt, desto spürbarer ist das Sättigungsgefühl und desto länger hält es an. Folglich verlangt der Körper erst viel später nach neuem Essen.

Vorteile

Vorteilhaft wirkt sich aus, dass vor allem gesunde Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse auf der tauglichen Glyx-Liste stehen und Zucker, Schokolade, Alkohol oder fetthaltiges Fleisch unter die Kategorie „besser nicht“ fallen.

Nachteile

Als nachteilig dagegen muss man den Umstand bezeichnen, dass viele Aspekte bei dieser Form der Gewichtsreduktion gar keine Berücksichtigung finden.

Dazu zählen insbesondere die jeweilige Kombination der Mahlzeiten oder die Zubereitungsart der Speisen.

 

8. Trennkost-Diät

Die Trennkost basiert auf der Annahme, dass bestimmte Lebensmittel die Verdauung verlangsamen beziehungsweise blockieren, wenn sie zusammen gegessen werden, und verfährt nach einem einfachen Prinzip: Kohlehydrate und Eiweiße getrennt zu sich nehmen, außerdem über den Tag verteilt insgesamt 20 Prozent aus dem säurehaltigen Block der Nahrungsmittel und 80 Prozent aus dem basischen Block verzehren.

Dazu dürfen neutrale Lebensmittel kombiniert werden. Zwischen den Mahlzeiten sollte außerdem eine gewisse Zeitspanne liegen, damit keine Vermischung stattfindet.

Nachteile

Mittlerweile hat die Wissenschaft diese Theorie weitgehend widerlegt, weshalb heute eigentlich nur noch Abwandlungen der ursprünglichen Methode wie die Hay´sche Trennkost oder „dem Schlank im Schlaf Konzept“ existieren.

Alle haben sie eines gemeinsam, dass bei richtiger Anwendung tatsächlich eine Gewichtsabnahme stattfindet. Bei extremer Ausrichtung besteht aber auch die Gefahr von Mangelerscheinungen durch zu einseitige Ernährung, die sich automatisch aus den zahlreichen Kombinationsverboten ergibt.

 

9. Weight Watchers-Diät

Das Erfolgskonzept dieser Diät beruht auf zwei sich ergänzenden Säulen: Zum einen werden keine Lebensmittel verboten.

Von Obst und Gemüse bis Schokolade oder Mayonnaise ist alles erlaubt. Zum anderen finden die Kurse der Weight Watchers in Gruppen statt, wodurch die Motivation gesteigert werden soll.

Der letzte Aspekt mag zwar unterstützend wirken, sollte aber nicht im Vordergrund stehen, denn irgendwann muss man wieder allein für sein Essverhalten die Verantwortung übernehmen, um dauerhaft schlank zu bleiben. Trotzdem kann die Gemeinschaft gerade in der Anfangsphase eine wichtige Stütze sein.

Kern der Weight Watchers bildet jedoch das Points System. Dabei erhält jedes Nahrungsmittel einen bestimmten Points-Wert, der sich aus seiner Kalorien-, Fett-, Kohlehydrat- und Eiweißmenge zusammensetzt.

Je nach Alter, Gewicht und persönlichen Umständen erhält jeder Teilnehmer eine auf ihn zugeschnittene Points-Zahl, die er täglich verbrauchen darf. Sport bringt zusätzliche Points. Wie er diese nun auf seine Mahlzeiten verteilt, bleibt ihm überlassen.

Vorteile

Durch das sehr flexible System findet bei intensiver Auseinandersetzung mit dem Plan und seinen eigenen Essgewohnheiten in vielen Fällen fast beiläufig auch eine Ernährungsumstellung statt – die natürlich besonders nach der Diät Disziplin verlangt.

Damit dürften die Weight Watchers eine der ausgewogensten und nachhaltigsten Möglichkeiten der Gewichtsreduktion darstellen.

Nachteile

Negativ fällt ins Gewicht, dass die Kurse nicht ganz billig sind und das nicht jeder in der Gruppe Abnehmen mag.

 

10. Ananas-Diät, Kohlsuppen-Diät, Null-Diät

Diese und ähnliche Diäten erklären sich quasi von selbst. Die Ernährung wird auf ein spezielles Produkt, zum Beispiel eine Obstsorte oder Flüssignahrung, reduziert beziehungsweise komplett eingestellt.

Da die meisten dieser Produkte außerdem kaum Kalorien beinhalten, findet nicht selten ein wahnsinniger Gewichtsverlust statt, der mit einer reinen Ernährungsumstellung und Sport vermutlich nie zu schaffen wäre.

ABER! Jegliche Art von Diät, die sich auf die eingeschränkte Aufnahme eines bestimmten Lebensmittels konzentriert und keinerlei Abwechslung bietet, führt zwangsläufig zu drei Dingen: Das Gewicht purzelt enorm schnell, klettert noch schneller wieder in die Höhe und birgt immer das Risiko von Mangelerscheinungen – vorausgesetzt man kann den Würgereflex über einen längeren Zeitraum unterbinden.

Denn spätestens nach der ersten Woche wird der Körper und speziell der Geschmacksinn mit heftiger Abwehr reagieren, egal wie lecker Ananas, Suppe und Co. am Anfang auch schmecken.

Insgesamt ist von allen sogenannten Radikal-Diäten dringend abzuraten!



↺ Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert, am 23. Februar 2022

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